Grenzüberschreitende Arbeitnehmertätigkeit

Sie sind

  • Arbeitnehmer, haben Ihren Lebensmittelpunkt in Deutschland und arbeiten im Ausland
  • Arbeitnehmer, haben Ihren Lebensmittelpunkt nicht in Deutschland und arbeiten in Deutschland

dann ergeben sich für Sie steuerliche Besonderheiten und Sie sind bei uns richtig.

Das deutsche Abkommensnetz umfasst im Bereich der Steuern von Einkommen und Vermögen derzeitig Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) mit mehr als 90 Staaten.

Im Sinne des DBA kann ein Steuerpflichtiger nur in einem Land ansässig sein. Bei sogenannter doppelter Ansässigkeit ist in einer festgelegten Prüfungsreihenfolge festzustellen, in welchem Vertragsstaat die Person als ansässig gilt.

Natürliche Personen, die im Inland einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt haben, unterliegen mit allen in- und ausländischen Einkünften der unbeschränkten Steuerpflicht in Deutschland. Nach dem deutschen Steuerrecht hat die Staatsangehörigkeit grundsätzlich keinen Einfluss auf die Steuerpflicht. Fehlt es an einem solchen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt, ist ein Arbeitnehmer, der inländische Einkünfte i.S.d. § 49 Abs. 1 Nr. 4 EStG (Arbeitnehmer) erzielt, in Deutschland beschränkt steuerpflichtig.

Nach § 46 EStG besteht eine Steuererklärungspflicht, wenn die Summe der positiven einkommensteuerpflichtigen Einkünfte, die nicht dem Steuerabzug vom Arbeitslohn zu unterwerfen waren oder die positive Summe der Einkünfte und Leistungen, die dem Progressionsvorbehalt unterliegen, jeweils mehr als 410 Euro betragen. 

Deutschland als Ansässigkeitsstaat vermeidet bei Einkünften aus unselbstständiger Arbeit die Doppelbesteuerung i.d.R. durch Freistellung der Einkünfte (Freistellungsmethode) unter Berücksichtigung des sogenannten Progressionsvorbehalts. Die Steuerfreistellung setzt allerdings i.d.R. die ausländische Besteuerung voraus. Im deutschen EStG und den DBA sind entsprechende Rückfallklauseln verankert. Ob die nationalen Treaty Override Regelungen Bestand haben werden, ist derzeitig noch vom Bundesverfassungsgericht abhängig.

Besteht kein DBA, dann hat Deutschland grundsätzlich das unbeschränkte Besteuerungsrecht nach dem Welteinkünfteprinzip. Damit kommt es zu einer Doppelbesteuerung, wenn das andere (Nicht-DBA)Land ebenfalls besteuert. Hier kann lediglich eine Entlastung über die nationale Anrechnung der Auslandssteuer nach § 34c EStG erfolgen. 

Eine Besonderheit ist der sogenannte Auslandstätigkeitenserlass (ATE). Der ATE ermächtigt die Finanzbehörden in besonderen Fällen unbeschränkt steuerpflichtige Arbeitnehmer, die im Ausland tätig sind, von der Besteuerung auszunehmen (Steuerbefreiung, Progressionsvorbehalt). 

Wir betreuen seit Jahren Arbeitnehmer die im Ausland oder in Deutschland arbeiten und verfügen über umfangreiche Fachkenntnisse auch im internationalen Steuerrecht.

Hierzu beraten wir Sie gerne und helfen Ihnen bei der Erstellung Ihrer deutschen Steuererklärungen.