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Fahrten eines Seelotsen zwischen Wohnung und den Einsatzorten sind keine Fahrten zu wechselnden Beschäftigungsstellen

Sonntag, 21. Dezember 2014 Von: aconax / DATEV

Fahrtkosten eines Lotsen zwischen seiner Wohnung und dem mit einer Lotsenstation versehenen Hafen sind nur in Höhe der Entfernungspauschale als Betriebsausgaben abzugsfähig.

Ein Lotse hatte die tatsächlichen Kosten für diese Fahrten als Betriebsausgaben geltend gemacht, weil er der Auffassung war, es handele sich hier um Fahrten zu ständig wechselnden Einsatzstellen. Er war als Lotse für ein Seelotsrevier bestellt und Mitglied einer dafür gebildeten Lotsenbrüderschaft. Dieses Seelotsrevier gliedert sich in drei Bezirke. Für jeden Bezirk bestand eine Lotsenstation, von der aus der Einsatz der Lotsen erfolgte. Der Lotse hatte also je nach Dienstplan seinen Dienst von einem der drei Standorte aus anzutreten.

Der Bundesfinanzhof hat klar gestellt, dass das Lotsrevier einer Lotsenbrüderschaft eine großräumige Betriebsstätte darstellt. Alle Fahrtstrecken bewegen sich in einem begrenzten Einzugsbereich, wobei eine Lotsenstation als ortsfeste Einrichtung anzusehen ist.

Daran dürfte sich auch nach dem ab 2014 geltenden neuen Reisekostenrecht nichts ändern. Diese Fahrten gelten als Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte.